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Bananenflanke

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenDa hat der Mallorca Kolumnist mit seiner Einschätzung einmal mehr richtig gelegen, könnte er nun ganz unbescheiden und selbstbewusst notieren. Macht er aber nicht.

Obwohl, es ist schon eine kleine Genugtuung, wenn man ein feines Näschen für Stimmungen und Empfindungen hat, wenn es um die Einschätzung des einen oder anderen Ereignisses oder Sachverhaltes geht.

Dies gelingt natürlich nicht immer so ganz haargenau, jedoch, in den allermeisten Fällen schon. Das jüngste Beispiel betrifft die chuzpenhafte Vorstellung des FC Bayern München hier in Palma de Mallorca.

Das Spiel unseres Erstligisten Real Mallorca gegen Bayern München, welches in der Folge bei einem äusserst frustrierten Kolumnisten zu einem mächtigen Absturz führte. Angesichts einer Vorstellung, die selbst eines Viertligisten nicht würdig gewesen wäre, kam es zu heftigen, wenn auch freundschaftlichen Diskussionen mit meinen mallorquinischen Freunden. Den Rest kennen Sie ja.

In meiner Kolumne am Tag danach stellte ich unter Anderem die Frage nach dem Verantwortlichen für die mit dem FC Bayern München geschlossenen Verträge. Mittlerweile hatte ich Gelegenheit quasi aus erster Hand nähere Einzelheiten in Erfahrung zu bringen per Klausel implementieren lassen.

Genau das taten sie aber nicht, sondern beriefen sich auf die Verletzungsklausel, die da besagt, dass selbstverständlich verletzte Stammspieler zuhause bleiben können. Daher waren nur drei Mann aus der Stammelf auf dem Platz, wenigstens eine halbe Stunde lang.

Und in der zweiten Halbzeit stand dann eine verstärkte dritte Mannschaft auf dem Platz. Dies sollte wohl die besondere Wertschätzung des FC Bayern München für seinen Gastgeber, den Real Mallorca sein. Mit einer derartigen Dreistigkeit der Bayern-Verantwortlichen hatten weder tausende deutsche FC Bayern Fans gerechnet, die für das Ticket stolze achtundzwanzig Euro zahlen mussten, selbst die Clubverantwortlichen von unserem RCD waren konsterniert.

Die Münchner behaupteten nämlich ganz frech, die anderen Stammspieler wären alle verletzt gewesen, von dem Pokalspiel am Tage zuvor. Da man ruhig davon ausgehen, kann dass der FC Bayern auf Verlangen des RCD für alle prominenten Kicker ein entsprechendes Attest würde vorlegen können, kann man sich eine Problemlösung dieser Art auch natürlich gleich sparen. Juristisch kommt man da wohl nicht dran.

Und so sorgte das Testspiel nicht nur für nachträgliche heftige Kopfschmerzen bei einem Mallorca Kolumnisten nebst Kumpanen, denen es dann am Tag darauf zu meiner Genugtuung nicht viel besser ging als mir, sondern auch bei den Machern des Real Mallorca. Und die werden daraus lernen, soviel ist sicher.

Den FC Bayern jedenfalls, den wird man vermutlich hier auf unserer schönen Insel, zumindest im schönen Ono Stadion, so schnell nicht mehr sehen.

Und daher geht mein erster Gruß auch heute wieder nach München. Aber diesmal nur an einen, mit Namen Ollie Kahn. Du hast die ganze Schweinerei um euren Auftritt hier auf Mallorca mit der Bemerkung abgetan, dass der Saisonauftakt wichtiger wäre als das Testspiel gegen unseren RCD, und dass Du noch mehr Stammspieler in München gelassen hättest.

Nach dem Motto, wir hier könnten ja im Prinzip noch froh sein. Bayern hätte eben grosse Ziele, hast Du gesagt, und die Zuschauer müssten das verstehen. Dazu sage ich nur, man hätte dem Ollie doch auch hier reichlich Bananen zuwerfen sollen.

Angesichts dieser Bemerkung, die mich spontan an den Intellekt eines Schimpansen erinnert, hoffe ich einmal mehr, dass Hansa Rostock am Wochenende in München alle drei Punkt mit nach Hause nehmen wird. Und wenn das nicht geht, dann wenigstens einen.

Tja, ja die Bayern, sind gar nicht zimperlich, wenns um die eigenen Interessen geht. Aber das viele Geld, das haben sie ja bereits im Vorraus auf ihr Konto überwiesen bekommen. Wer hat, der hat, und nach mir die Sintflut, so ist nunmal die Mentalität der heutigen Zeit.

Mein Gruß ins übrige Deutschland ist verbunden mit der Hoffnung, dass der anscheinend gerade noch mit viel Stützkäufen verhinderte schwarze Freitag an der Frankfurter Börse sich nicht doch noch als Trugschluss herausstellt. Man wird dies spätetens um Mitternacht wissen, nämlich dann, wenn die endgültigen Abschlusswerte von der Wall Street vorliegen.



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