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Erwischt

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenNun ist es wieder soweit. Die erneute Auflage der Tour de France steht an, Start ist am morgigen Sonntag in London. Dort beginnt das berühmeste und legendärste Radrennen der Welt wie immer auch diesmal wieder mit einem Prolog. Dabei sind einundzwanzig Teams, das Gerangel um die begehrte Startberechtigung war genauso groß wie dies schon jedes Jahr der Fall gewesen ist.

Es geht um Geld, um sehr viel Geld sogar. Jeder will dabei sein, nach einem mehr oder weniger willkürlichen Rechensystem legt der Veranstalter der Tour die Vorrausetzungen für einen Tourstart jedes Jahr aufs Neue fest.

Das Tour-Jahr 2007 steht im mächtigen Schatten einer Dopingdiskussion, deren Ablauf wie auch Aufrichtigkeit dem Radsport-Insider fast schon grotesk vorkommen muss. Daß im Profisport gedopt wird ist wohl jedem klar, alleine die Definition dessen was als Doping zu bezeichnen ist und was nicht, ist für den Laien nicht nachvollziehbar.

Dazu bedarf es medizinische wie auch juristische Spezialisten, die sich ausschließlich und alleine mit dieser komplexen Materie auseinandersetzen. Zusätzlich sind wohl auch Philosphen gefragt, dem Sinne des Lebens Jahrein, Jahraus auf der Spur, ethische Gesichtspunkte sind es ebenfalls, die hier dringend hinterfragt werden müssen.

Laien sind es jedoch, die sich dazu berufen fühlen einen Kampf gegen Doping zu führen, allen voran zahlreiche Politiker, Ärzte und nicht zuletzt die Medien. Wie es nunmal so in der Medienwelt ist, plappert nicht selten der eine nach, was er beim anderen liest. In der Regel sind es Agenturmeldungen, deren Inhalt man ohne groß nachzudenken dann halt einfach wiedergibt.

Ganz schlaue in der Medienzunft, meist die mit dem ganz großen Geld, jagen mit dicken Geldbündeln der Megastory nach, wohlwissend, daß vieles gerade im heutigen Zeitgeschehen mehr denn je und leider käuflich ist.

Leider auch der Verrat, oft noch vermischt mit der gehörigen Portion Dichtung, das Ganze wird schlußendlich gewürzt mit emotional aufrührerischen Formulierungen und Fragestellungen seitens dieser zahlenden Journallie. Eine Form des Journalismus, die seriöse Blätter meist schlichtweg ablehnen.

Eine stattliche sechsstellige Summe in Euro sollen sie beide erhalten haben, Jörg Jaschke und Bernd Dietz, für ihre Dopingbeichten, gezahlt von privatwirtschaftlichen Unternehmen, deren alleinige Sorge ihre Auflage ist. Diese Sorge gilt ganz sicher nicht der Gesundheit der Radsportler, und noch weniger der Fairness in diesem Sport.

Da man auch dieses Jahr davon ausgehen kann, daß ein Großteil der Fahrer gedopt ist, kann von Fairness sowieso nicht gesprochen werden, es sei denn die Aussage eines Insiders entspräche doch der ganzen Wahrheit. Denn alle sollen es angeblich tun, alle würden dopen und daher sei auch die sportliche Fairness gewährleistet. So oder ähnliche Aussagen sind aus dem Umfeld des Profiradsports ebenfalls zu vernehmen.

Daß sich auch noch die Betroffenen uneinig sind, in der Frage was nun genau Doping ist und was nicht, kann man aus der Haltung einiger Mannschaften schließen. Insbesondere Radsportverantwortliche wie auch Ärzte von spanischen Teams, aber nicht nur, haben in entsprechenden Äußerungen am Rande der Pressekonferenzen in London kund getan, daß sie zumindest teilweise nicht mit der offiziellen Darstellung des Doping überhaupt einverstanden sind. Manches sei nämlich gar kein Doping, obwohl es andere immer wieder behaupten.

Ich denke mir, nicht zuletzt auch daraus ist zu schließen wie schwierig diese Materie ist. Vielleicht sollten die Medien, die Politik, und viele andere selbstberufene Dopingjäger einfach mal bei diesem Thema den Mund halten, sich einmal nicht ein Rampenlicht stellen, auch wenn das für viele der Angesprochenen sehr schwer sein dürfte.

Ihr Eingreifen führt nämlich nicht zu mehr Fairness im Sport, im Gegenteil, wie man dies besonders am Fall Lance Armstrong recht eindrucksvoll sehen konnte. Er und sein Team US-Postal waren wohl die Schlauesten unter allen Radsportteams.

So baut sich das eine Team auf einem Berg von Lügen seinen Kult, und denkt sich wahrscheinlich auch noch dabei, wer sich erwischen läßt ist halt selbst dran Schuld.



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