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Mies und fies

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenJetzt spielt sich die Dame tatsächlich ein weiteres Mal in den Vordergrund. Welch eine Chuzpe sagt dazu der neutrale Beobachter, wenn er in diesen Tagen wieder einmal gen Bayern blickt. Wieso macht sie das, warum möchte sie ihrer Partei und vor allem den handelnden Führungspersonen unbedingten Schaden zufügen.

Viele fragen sich heute, wieso die bayerische CSU nicht längst die Notbremse gezogen hatte, als bereits vor geraumer Zeit offenbar wurde, daß die Fürther Landrätin Gabriele Pauli überhaupt keine Rücksichten nimmt, wenn es um die eigenen Bedürfnisse und Vorteile geht. So wie es bei einigen spektakulären Auftritten der Fürther Landrätin mehr als nur den Anschein hatte.

Sie wird ihre Gründe dafür haben, daß sie ihrer Partei erneut Schaden zufügt, denn sie wird wie nahezu jeder andere hierzulande Kenntnis darüber haben, daß Nestbeschmutzer, wenn nicht gar Königsmörder, alles andere als geachtet sind.

Und dies ist vor allem dann der Fall, wenn zumindest nicht ausgeschlossen ist, daß ganz besonders niedrige Beweggründe für ihr Verhalten eine Rolle gespielt haben könnten. Unbedingte Macht und Anerkennung, Häme und Rache, andere bloßstellen koste es was es wolle.

Dies sind nur einige dieser niedrigen Beweggründe, die nicht wenige Gabriele Pauli unterstellen, wenn sie nun mit allerlei Getöse ihre Kandidatur für den CSU Parteivorsitz bekannt gibt, wohlwissend, daß sie nie und nimmer eine Chance hat für eben dieses hohe Amt gewählt zu werden.

Die alleinige Folge ihrer wohl eher als eigene Publicity-Veranstaltung zu bezeichnenden Kandidatur wird eine vorrübergehende Aufregung und einige weitere Scherben in der erfolgreichsten politischen Partei der deutschen Nachkriegsgeschichte sein. Einer Partei mit einer Erfolgsstory ohnegleichen, alle anderen politischen Konkurrenten schauen seit sechs Jahrzehnten mit Neid, aber auch Anerkennung Richtung Staatskanzlei in München.

Eine im Grunde sagenhafte Erfolgsgeschichte, die mit der Landtagswahl im Jahr 2003 ihren letzten Höhepunkt erreichte, als der Bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber mit sage und schreibe 60,7% aller Wählerstimmen nicht nur für seine erfolgreiche Amtsführung bestätigt wurde. Edmund Stoiber und seine Partei gelang darüber hinaus ein kleines Kunststück, denn erstmals in der Geschichte eines deutschen Bundeslandes konnte eine politische Partei die Zweidrittelmehrheit in einem Landesparlament erringen.

Wir erinnern uns in einer Rückblende, Gabriele Pauli hatte vor einigen Monaten unverblümt und direkt unter Zuhilfenahme der Medien den Rücktritt genau dieses Edmund Stoiber herbeigeführt. Dazu posierte sie mit lasziv-frivolen Fotos einer peitschenschwingende Domina.

Ein Kolumnist war damals wie heute der Auffassung, daß sexuelle Präferenzen ausschließliche Privatsache sind, und wenn diese Dame ihre lüsternen Peitschenschwinger gerne in den Schlafzimmern einiger Herren der CSU vollführen würde, dann soll sie bitteschön bei diesen anklopfen, und dazu nicht die Medien bemühen. Man stelle es sich nur vor, wenn wir dies alle so handhaben würden.

Diese damalige Aktion hat ihrer Partei, der bayerischen CSU, ganz sicher keine neuen Wähler zugeführt, im Gegenteil. Sie hat der Partei geschadet, nicht zuletzt, weil Edmund Stoiber in der Folge vorschnell seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Da der angesprochenen Domina-Auftritt nicht einer gewissen Komik entbehrte, erntete Gabrielle Pauli durchaus auch einiges an Wohlwollen, welches sich jedoch in das genaue Gegenteil verwandelte, als sie im Zusammenhang mit dem Privatleben ihres Parteikollegen Horst Seehofer ihre Motive und ihren Charakter dann erst einmal so richtig offenbarte.

Sie, die für ihre Domina-Aktion gerade eben noch Toleranz reklamierte, ließ Herrn Seehofer in einem Interview mit der Yellowpress, genauer "Der Bunten", ausrichten, er solle die ihm angeblich zugegangenen Informationen über Romanzen anderer CSU-Politiker der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Damit hatte sie ein weiteres Mal versucht, ihrer Partei willkürlich Schaden zuzufügen, denn eine derartige Aktion, öffentlichkeitswirksam unter Zuhilfenahme eines Massenmediums die eigenen Parteifreunde zu beschädigen, konnte im Grunde nur als purer Rachefeldzug interpretiert werden.

Sich in privateste Angelegenheiten, insbesondere in dieser Form, einzumischen und damit auf schmutzige Weise in die Gefühlswelt der Menschen einzudringen, die ihr auch noch politisch nahe stehen, dies ist ganz besonders verwerflich.

Gabrielle Pauli beabsichtigte damit, so schien es, die allerniedrigsten Beweggründe in uns Menschen anzusprechen, wenn nicht sogar Abgründe. Wie anders kann dies interpretiert werden, wenn sie dies noch dazu im Stil und unter Mithilfe der Boulevardblätter geradezu zelebriert, wohlwissend, daß auch im Jahre des Herrn 2007 immer noch genügend Scheinmoral in unserer Gesellschaft existiert.

Gabrielle Pauli will keine Doppelmoral, dabei zeigt sie die ihrige in besonders verwerflicher Weise. Der jetzige Vorstoß zu einer Kandidatur um den CSU-Parteivorsitz kann daher nur als ein Versuch interpretiert werden ihrer eigenen Partei ein weiteres Mal zu schaden. So sehe nicht nur ich dies am heutigen Tag.

Sie beschädigt offensiv das Ansehen von Parteifreunden, suhlt sich in für einen Kolumnisten abstoßender Weise in der verletzlichen Gefühlwelt ihrer Parteikollegen, und derer Scham und Ängste, und offenbart damit genau die Scheinheiligkeit, die sie diesen Herren von der bayerischen CSU in aller Regelmässigkeit vorhält.

Gabrielle Pauli steht damit auch für eine immer öfter anzutreffende verwerfliche Verhaltensethik unserer Zeitgeschichte und sie wird ganz sicher die entsprechende Quittung hierfür kassieren. Daß sie damit rechnen muß und auch wird, läßt ihr Auftreten in einem noch schlimmeren Licht erscheinen, und es wird Zeit, daß sie aus der Partei, aus dem Licht der Öffentlichkeit, wie auch vom Fürther Landratsstuhl nun endgültig verschwindet.

Derartige fragwürdige Vorbilder gibt es genügend in unserer Welt und mich würde einmal interessieren, was zahlt ihr denn Bunte und Co an Nestbeschmutzer-Geld. Verhaltensethik einer angeblich toleranten, emanzipierten und fortschrittlichen Frau? Eher ein von Egoismus und Geltungsdrang gekennzeichneter abermaliger Supergau.



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